Mini Cooper SE kaufen?

  • Hallo,


    ich bin der Michi 42 Jahre jung und lebe in Wien.


    Auf Grund der aktuellen Spritpreise spiele ich mit dem Gedanken mir ein zweit Auto für die Stadt und das Umland zuzulegen.


    Wie problematisch ist der Mini Cooper SE


    Meine größte Angst allerdings macht mir der Akku mit dem Rückruf aufgrund von möglicher Undichtigkeit 😧

    Wie häufig tritt das tatsächlich auf und wie gefährlich ist es wirklich.

    Sind die Elektro Mini deshalb so extrem "billig". Will den niemand mehr?


    Der Mini gefällt mir seit der ersten Generation (glaube 2001 oder so) sehr gut.


    Aktuell gibt es bei uns in Österreich ein paar gute Angebote für gebrauchte Facelift Elektro Mini.


    Preise liegen zwischen 14 und 16.000€ für späte 2021er mit 45.000 km bis 75.000km.


    Habe schon einige Videos zum Mini SE angeschaut. Alles sehr interessant und gefällt mir sehr gut. Das Gokart Feeling in Kombination mit Sparsamkeit zum attraktiven Preis find ich top. Wenn die Akku Probleme nicht wären und die Angst vor teuren Schäden.


    Eure Meinungen würden mich sehr interessieren.


    LG Michi

  • Servus nach Österreich!


    Ich habe mit im Herbst letzten Jahres einen dreijährigen Cooper SE mit annähernd Vollausstattung zu einem attraktiven Preis gekauft. Bei uns im Haushalt läuft seit knapp 4 Jahren ein i3s mit fast gleicher technischer Basis wie der MINI. Von daher hatte ich zu keinem Zeitpunkt bedenken, den MINI zu kaufen und bin bis jetzt auch nicht enttäuscht worden. Ich finde der MINI ist ein echt spaßiges Auto!


    Es muss dir halt klar sein, dass der SE kein Reichweitenwunder ist. Im Sommer machst du 170 km, im Winter sind es eher 140 km. Dann ist natürlich noch die Frage nach der Ladeinfrastruktur. Ich habe eine Garage mit Drehstrom (Kraftstrom) und kann halt mit 11 KW dort laden. Du kannst auch mit normalen 220V Anschluß laden, geht halt elend langsam und die Ladeverluste sind da auch nicht ohne. Das Haus hat eine PV-Anlage und wenn das Wetter schön ist, gibts halt Strom für lau.


    Als Wallbox habe ich einen NRGkick (Produkt aus Österreich). Vorteil ist, das Ding ist Plug and Play. Heißt einfach an der Steckdose anstecken und los gehts. Da brauchst du keinen Elektriker für irgend welche Installationsarbeiten, vorausgesetzt die richtige Steckdose ist schon an der Wand. Die Wallbox ist per Smartphone-App steuerbar, das möchte ich nicht missen. Ist einfach praktisch, wenn du das Laden vom Wohnzimmer aus starten, bzw. programmieren kannst und nicht mehr in die Garage laufen musst.


    Wenn ich nicht zu Hause laden könnte, hätte ich mir kein E-Auto gekauft. Immer öffentlich zu laden, ist eben auch teuerer (zahle 28,9 Cent für 1 KW bei meinem Stromanbieter). Dennoch habe ich die MINI Charging-Card (4,99 Euro Gebühr pro Monat), einfach als Absicherung, wenn der geladene Strom mal nicht für die Rückfahrt reicht. Das ist mir seit Herbst letzten Jahres aber erst 2 x passiert und dann kostet es halt mal ein bisschen mehr....


    Noch ein Gedanke zum Akku und Rückruf: Du hast bei MINI und BMW 8 Jahre Garantie bzw. 160000 km. Was soll da passieren?


    Ach ja, so schaut meiner aus:


    IMG_4915.jpeg

    - MINI One R50 (verkauft)

    - MINI Clubman R55 (verkauft)

    - Mini Cooper SE (aktuell)

    - BMW i3s (aktuell)

    :0007:

  • Danke für die ausführliche Antwort ☺️.


    Ich kann zu Hause nicht laden. In der Arbeit für 25 Cent pro kW an einer AC Ladestation. 25km Arbeitsweg pr Strecke


    Der Mini wäre für mich ein reines "Luxusproblem" 😂


    Er gefällt macht in der Stadt sicher Spaß.


    Aktuell haben wir 2 Verbrenner die noch in sehr gutem Zustand sind. Benziner mit Schaltgetriebe (wollte bis jetzt keine Automatik).


    Der Mini soll ein leistbarer "Test" sein um zu sehen, ob wir mit einem Elektro Auto klar kommen.


    Wirtschaftlich ist es vermutlich nicht 🙈

  • Kopfzerbrechen bereitet mir tatsächlich das "Batterie Problem" und das er dadurch vielleicht in ein paar Jahren "unverkäuflich" sein könnte.


    Das erschwert die Entscheidung für die Mini

  • es gibt mehr als genügend kostenlose Ladekarten, mit denen man dann, wenn man mal muss an öffentlichen Ladesäulen laden kann. Dafür 5€ pro Monat ausgeben, um alle 3 Monate mal zu laden, ist nicht sinnvoll.

    Zu den ursprünglichen Fragen: Der Rückruf beinhaltet bei allen erstmal nur eine Überprüfung der Batterie und ein Software-Update, damit das Auto eine defekte Batterie auch tatsächlich erkennen kann. Ansonsten hat man halt die 8 Jahre Batteriegarantie.

    Hier im Forum ist mir nur 1 Fall bekannt, wo jemand nach einer Regenfahrt einen Ausfall des Hochvolt-Systems hatte.

    Wobei BMW / Mini das mit der Undichtigkeit als Ursache wohl nicht bestätigt hat, der Betroffene User war aber überzeugt davon, dass das die Ursache war. Ich persönlich bin nicht wirklich überzeugt, weil 2 Tage zwischen der Regenfahrt und dem Ausfall waren. Es wurde aber alles ohne Murren auf Garantie getauscht und das ist wie gesagt der Einzige Fall, von dem ich hier gelesen habe.


    Ich glaube nicht, dass die Rückrufthematik etwas mit den niedrigen Restwerten der F56 Elektro-Minis zu tun hat. Alle gebrauchten E-Autos sind ziemlich günstig, weil zu viele potentielle Käufer noch immer Paranoia vor der Batterie haben. Da hat die Bild ganze Arbeit geleistet. Die meisten hier im Forum sind glücklich mit ihrem E-Mini. ich gehöre dazu.

    Bei der Reichweite würde ich einen bedingten Einspruch erheben wollen. Es kommt sehr auf das eigene Nutzungsprofil an, aber wir kommen mit unserem Mini im Sommer im Alltagsbetrieb 200-220km weit, im Winter würde ich sagen 150-180km. Gefahren wird im Eco oder Medium Modus und nicht bewusst sparsam. Unser Nutzungsprofil (überwiegend Landstraße, extrem wenig Autobahn und wenn, dann selten über 100 km/h) kommt dem natürlich sehr entgegen.


    Und wegen lohnt sich nur, wenn man zu Hause laden kann: da würde ich auch widersprechen. Es lohnt sich am Meisten, wenn man zu Hause laden kann. Ganz besonders, wenn man eine eigene PV-Anlage hat. Auch öffentliches laden ist aber tendenziell günstiger als Sprit. Hier ist gerade eine aktuelle Erfahrung

    und auch rein rechnerisch kommt man da drauf. Wir fahren im Winter mit ca. 15 kWh/100km, im Sommer eher mit 13. Aber wir nehmen mal den Durchschnitt von Spritmonitor mit 17,4 kWh/100km (der vermutlich bei vielen Ladeverluste mit beinhaltet)

    Und wir nehmen mal den Durchschnitt eines Mini Cooper S mit 7,76L/100km

    Dann kommst du beim Benziner Cooper S bei aktuellen 2,085€/l im Bundesschnitt bei 16,18€/100km raus

    Der Elektro SE dagegen begnügt sich mit ca. 1,50€/100km bei eigenem PV Strom (angenommene 8-9ct Einspeisevergütung) oder mit ca. 6,51€/100km bei normalem Haushaltsstrom (angenommene 37,4 ct/kWh als Durchschnittswert 2025) oder mit ca. 10,44€/100km bei schon recht teuren 60ct/kWh öffentlichem Ladepreis

    Zur Wirtschaftlichkeit: kommt natürlich drauf an, was deine anderen Autos so verbrauchen, aber bei 50km pro Arbeitstag mal im Schnitt 220 Arbeitstage pro Jahr kommt du immerhin bei 11.000km pro Jahr nur zur Arbeit raus. Die würden dich mit dem E-Mini also vermutlich ca. 479€ pro Jahr an Strom kosten. Verbrenner landest du eher bei 1780€ (angenommene 7,76l/100km und 2,085€/l siehe oben)

    Sonstige Ersparnisse (Service und Versicherung sind Elektro üblicherweise günstiger) mal außen vor gelassen

  • Wenn du für 25 Cent laden kannst, fährst du für knapp 4 Euro eine Strecke von 100 km. Das wäre schon nice....


    Zur Haltbarkeit der Batterie macht "Auto, Motor und Sport" folgende Aussage: Klick


    Klar kann mal was kaputt gehen, aber das ist beim Verbrenner auch nicht auszuschließen.


    Fahr doch einfach mal ein E-Auto zur Probe, vielleicht gefällt dir die Sache auch überhaupt nicht und damit wäre das Thema schon durch.

    - MINI One R50 (verkauft)

    - MINI Clubman R55 (verkauft)

    - Mini Cooper SE (aktuell)

    - BMW i3s (aktuell)

    :0007:

  • Danke für eure wirklich ausführlichen Antworten.


    Laden geht definitiv nur öffentlich. Aktuell in der Firma die angesprochenen 25 Cent und in Wien gibt es von Wien Energie Ladesäulen, dort kostet die kWh im Moment 39 Cent.


    Nicht wirklich billiger, aber wie du oben schon abgesprochen hast auf jeden Fall günstiger als 7 Liter Super die mein aktueller Verbrenner bei meinem Fahrprofil verbraucht.


    Wirtschaftlich rechnen wird sich ein zusätzliches Auto sicher nicht, das ist mir bewusst. Alleine die Anschaffungskosten von ca. 15.000€ kann man in Wahrheit nicht "rein fahren"

    Das ist mir bewusst.


    So ein Mini wäre für mich ein nettes "Spielzeug" und ein hinein schnuppern in die E Mobilität.


    Gegen die ich mich bis jetzt sehr gewehrt habe und eigentlich immer dagegen war 🙈


    Meine größte Angst war eben dieser Rückruf, der einen wirtschaftlichen Totalschaden bei einem gebrauchten Mini bedeuten würde.

    Sofern dieses Problem häufig Auftritt. (Ähnlich wie beim DSG Problem, da ist die Wahrscheinlichkeit doch hoch, dass einen erwischt)


    Aber wenn's beim Mini erst einen bestätigten Fall in Deutschland gibt, dann kann man das wahrscheinlich vernachlässigen.

  • Mein SE war gerade zum 2.Tüv Besuch. Bestanden ohne Mängel. Baujahr 2021, das Vorfacelift Modell. Er ist mein Spielzeug, das meinen SUV die meiste Zeit des Jahres in die Garage verdrängt. Probleme bisher nur eine defekte Sitzheizung, wurde auf Garantie behoben, er sieht die Werkstatt nur zum Service. Meine Reichweite schwankt zwischen 150 Km im Winter und 200Km im Sommer. Verbrauch zwischen 12 und 20kWh/100Km, je nach Jahreszeit. Mich begeistert immer noch die Agilität des Mini, er zaubert mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht. Der Akku hat nach Angabe der Electrified App zwischen 95 und 97% je nach Aussentemperatur. Für die Stadt optimal geeignet. Rückbank umgeklappt hat man auch genug Platz für den Großeinkauf. Fahr ihn Probe und laß Dich auf ihn ein. Wenn es paßt, wirst Du viel Spaß mit ihm haben.

  • nur einen Fall, von dem ich weiß. Wie viele "bestätigte" Fälle es in Deutschland gab, weiß nur Mini selbst.

    Aber ja, der mögliche finanzielle Schaden ist groß, die Eintrittswahrscheinlichkeit halte ich aber für sehr niedrig. Und das Risiko wird durch die 8 Jahre Garantie doch recht stark abgemildert. Das größere Risiko ist denke ich, dass die Bremsscheiben Rost ansetzen, wenn du sie nicht regelmäßig frei bremst.


    Es ist definitiv eine sehr gesunde Einstellung, da mit einem "lohnt sich finanziell nicht" heran zu gehen. Kann sich aber schon lohnen. Verschleißteile usw verbrauchst du ja genauso viel oder wenig, wie du am Verbrenner verbrauchen würdest. Zusätzliche Steuern und Versicherung rechnest du gegen die THG-Prämie und den geringeren Kilometer-Preis gegen und du hast immernoch gute 1.000€ Ersparnis pro Jahr. Das rechnest du dann gegen den Wertverlust über die Jahre (der nicht mehr allzu groß ausfallen wird, das meiste ist ja schon runter) und den geringeren Wertverlust am Verbrenner (durch die gesparten Kilometer).


    Dürfte schon sowas wie ein Nullsummenspiel werden.


    In unserem Fall hat der Mini von allen Verbrennern erheblich Kilometer abgenommen. Wir fahren ihn fast 20.000km pro Jahr. Meine Erfahrung mit dem Service in der Niederlassung ist sehr schlecht, aber das Auto ist klasse.