Beiträge von Logan5

    Ein Kunde arbeitet bei Conti in der Entwicklung. Der hat mir erzählt, wie viel Hirnschmalz in die Entwicklung der Gummimischungen fließt. Nur durch die Spezialisierung der Mischungen ist es möglich, dass sowohl Grip als auch niedriger Rollwiderstand (was beim SE durchaus ein wichtiges Thema ist) funktionieren. Für Winterreifen wird eine ganz andere Mischung, die sehr viel weicher ist, verwendet. Es gibt nunmal keine Mischung (das wäre Nobelpreisverdächtig) die sowohl bei 50° Asphalttemperatur als auch bei -20° funktionieren und dabei auch noch Rollwiderstandsarm wären - vom Profil ganz zu schweigen. Nebenbei hat er angemerkt, als ich ihn auf Reifentests angesprochen habe, dass zu Tests nie Serienreifen geschickt werden, sondern immer "besondere" Exemplare. ;)


    Natürlich sind die, die die Reifen fahren, zufrieden. Das könnte man auch mit einem schlechten Sommer- oder Winterreifen, wenn man die speziellen Stärken der jeweiligen Reifen gar nicht nutzen muss.

    Aber wie viele hatten schon eine Notbremsung, wo es ganz knapp geworden ist? Einmal nicht aufgepasst, der Vordermann muss bremsen, dann kommt es a) wie Göran richtig sagt, auf die Reaktionszeit und b) auf die Reifen und Bremsen an. Ein guter Reifen schenkt dir einfach noch ein paar hundertstel Sekunden, die entscheiden sind, ob man ein paar cm vor dem Vordermann zum Stehen kommt oder ob es kracht (oder eine Person zu schaden kommt).


    Aber mal zu den Tests, wo der böse ADAC den tollen Reifen ja sooo schlecht macht - wenn Tests nicht mit den eigenen Erwartungen zusammen passen, dann muss der Test ja falsch sein, gell? ;)

    Die guten Adac Tests…

    Der Michelin CrossClimate wird in anderen Test und Foren sehr gelobt.

    Bei ADAC Tests bekommen GJR schon immer ganz besonders schlechte Bewertungen. Wenn aber z.B. unser Fahrsicherheitszentrum vom ADAC hier "Contidrome" heißt, könnte das auch etwas mit Lobbyarbeit eines Reifenherstellers zu tun haben, der lieber zwei Reifensätze verkaufen möchte.

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    Auch in der Stadt ist es wichtig, so schnell wie möglich in einer Notsituation zum Stillstand zu kommen. Es kann der eine Meter sein, den man früher zum Stehen kommt, der darüber entscheidet, ob man den Fußgänger erwischt oder nicht. Ich kann wirklich nicht verstehen, wie Geld oder Bequemlichkeit wichtiger sein kann als Sicherheit. Es ist physikalisch nicht möglich, dass ein Ganzjahresreifen das gleiche leistet wie ein Sommer- oder Winterreifen. Er ist immer halb Winter- und halb Sommerreifen. Nicht mehr, nicht weniger. Und mit halben Sachen sollte man sich bei sowas nicht zufrieden geben.

    Aus dem aktuellen Test des ADAC:


    Von den fünf Ganzjahresreifen, die zumindest ein "ausreichendes" ADAC Urteil erreichen, … weisen eine ähnliche Auslegung auf: Alle vier Modelle bieten eine befriedigende Leistung auf Nässe, können aber auf trockener Straße nicht überzeugen. Sie fahren sich hier wenig präzise und lassen unser Testfahrzeug bei hohen Fahrbahn- und Umgebungstemperaturen schwammig wirken. Ein entspanntes Fahren, beispielsweise auf der Autobahn, ist mit den vier Modellen kaum möglich, da man häufig am Lenkrad die Linie korrigieren muss.


    Will man sich tatsächlich das tolle Fahrverhalten des MINI für etwas eingespartes Geld versauen?

    Das Ganzjahresreifen nur Mittelmaß sind, ist einfach völliger Quatsch.

    Ich darf den ADAC zitieren:

    Ganzjahresreifen sind mit ihren kleinen Lamellen und ausgeprägten Längsrillen optisch eine Mischung aus einem Winter- und einem Sommerreifen. Die Gummimischung muss so ausgelegt sein, dass sie bei Temperaturen zwischen minus 30 und plus 40 Grad funktionieren muss.

    Es leuchtet also ein: Ganzjahresreifen bleiben weiterhin ein Kompromiss, der an die Leistungen guter Spezialisten für Sommer und Winter nicht herankommen kann.


    Es gibt keine Gummimischung, die sowohl bei heißem Asphalt im Sommer als auch bei Minusgraden im Winter und/oder nasser Fahrbahn den gleichen Grip bietet (dabei geht es nicht mal um Schnee).

    Sommer- und Winterreifen sind Spezialisten und das wichtigste Teil am ganzen Auto. Ob ein Reifen ein paar Meter mehr bei einer Vollbremsung braucht, kann über Leben und Tod entscheiden.

    Hier spart man definitiv an der falschen Stelle.


    Im letzten ADAC-Test hat kein Ganzjahresreifen eine bessere Note als 3,6 (ausreichend) erhalten. Bei Sommer- und Winterreifen gehen da die schlechten Reifen los, die man nicht kaufen sollte.


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    Quelle: ADAC