es kann aber auch sein, dass die Werkstatt geschlampt hat. Wenn das Rad nicht runter ist, kann man den inneren Bremsbelag oftmals schlecht inspizieren. Daher wird dann gerne mal nur der äußere Belag inspiziert. Wenn aber aus irgendeinem Grund die "Schwimmfunktion" des Bremssattels nicht mehr funktioniert, der Bremssattel also fest ist, nutzt sich der innere Belag stärker ab, als der äußere. Bzw. der äußere quasi gar nicht mehr. Dann hätte man bei einer flüchtigen Inspektion noch mehr als genug Belag drauf (weil nur der äußere inspiziert wurde), tatsächlich ist aber der innere schon Nahe der Verschleißgrenze. Der Belagverschleißsensor sitzt am inneren Belag, der würde das daher mitbekommen.
Allerdings: Reichweite 70km finde ich arg übertrieben. Im Normalfall sind die Verschleißsensoren in den Belägen eher großzügig positioniert, sodass man da noch ein paar Tausend km fahren kann, bevor es "gefährlich" wird.
Verschleißsensorkabel vergammelt kann theoretisch sein, ist aber m.E. nicht übermäßig üblich. Der Sensor selbst hat ja nur einen Kontakt und der Stromkreis für die Erkennung wird dann über die Bremsscheibe und damit die Verbindung zur Masse hergestellt. Da müsste das vergammelte Kabel irgendwo ein blankes Metallteil berühren, damit das auslöst.
Auch ich sage aber: schau an den Bremsbelägen genau hin. Mit einem kleinen Zahnarztspiegel oder eventuell müssen dafür sogar die Räder runter. Wichtig: alle 8 Beläge inspizieren. Vor allem die inneren werden gerne vernachlässigt.