"Doch woher kommt überhaupt die Idee der neuen CO2-Steuer? Schließlich gibt es ja bereits eine doppelte CO2-Besteuerung für Autofahrer: Einmal beim Tanken durch die Ökosteuer, die bereits eine "Klimaschutz"-Funktion erfüllen sollte, und dann noch bei der Kfz-Steuer, die nach Hubraum und CO2-Ausstoß berechnet wird. Die von vielen Politikern und Experten aufgestellte Forderung, man müsse jetzt "endlich mal anfangen" mit einer CO2-Steuer, ist also irreführend: Man hat schon längst damit angefangen. "
... aus einem m.E. sehr guten Artikel im "Focus":
https://www.focus.de/auto/ratg…t-steuer_id_10905705.html
Exakt so ist es. Es wird gerne vergessen, dass wir über 80 Cent pro Liter Ökosteuer abtreten. Das ist im EU Vergleich auf den Literpreis bezogen zwar nicht der höchste Wert, dennoch ein amtlicher Betrag.
Dann zu lesen, dass ENDLICH mal eine CO2 Steuer eingeführt werden sollte ist bloße Augenwischerei. Mein Kfz.-Steuerbescheid berechnet nämlich bereits danach. Es wird nur anders genannt.
Das Schlimme dabei ist, dass es am Ende darauf hinauslaufen wird, dass wir letztlich mehr bezahlen als heute - was unter bestimmten Rahmenbedingungen auch richtig wäre.
Dabei sind wir doch auf einem recht guten Weg. Die Autohersteller kündigen nach und nach das Ende des Verbrenners an und es wird zwangsläufig zu einer Änderung des Individualverkehrs kommen.
Immer weniger junge Menschen machen einen Führerschein und kaufen demzufolge auch keine Autos.
VW investiert 30 Milliarden in akkubetrieben Autos - in meinen Augen der vollkommen falsche Ansatz #Brennstoffzelle #Infrastruktur - aber es ändert sich etwas.
Ich persönlich empfinde auch das Bashing von Fahrern von SUVs oder großvolumigen Luxusautos argumentativ als nervtötend. Die Autos kosten mehr, verbrauchen mehr und schlagen in der Steuer deutlicher zu Buche.
Das dabei viele die Bösen Umweltverschmutzer sehen halte ich für vollkommen falsch. Gerne sind das nämlich Menschen die 50 im 2. Gang fahren und die ersten wären die sich so ein Auto kaufen würden, hätten sie die Mittel dazu.
Dabei ist es vollkommen klar, dass wir alle keine Autos brauchen die schneller als 130 fahren oder über 100 PS haben. Zum Vorankommen braucht es das nicht.
Aber meine persönliche Freiheit gestattet es mir nunmal ein schnelles oder auch luxuriös schweres Auto zu fahren. Durch die höheren Kosten, z.B. Mehrverbrauch = höhere Steuerlast, beteilige ich mich ja auch letztlich in höherem Maße an unserem Staatseinkommen und den daraus bereitgestellten Mitteln für die Gesellschaft.
Und wer dann mit "Ja, aber" antwortet sollte sich folgenden Gedanken durch den Kopf gehen lassen. Auf gleicher Argumentationsebene ließe sich nämlich auch feststellen, dass eine Person kein Haus/Wohnung mit 200 m² braucht das voll geheizt wird und in entsprechend höherem Maße CO2 verursacht. Ich wäre gespannt wie regiert würde wenn es heißt "Du darfst alleine nicht mehr als 40 m² bewohnen, eine vierköpfige Familie maximal 100m² - Und deine Heizung darf nicht mehr als 19 Grad Raumtemperatur haben.".
Ich hoffe wirklich für unsere Gesellschaft, dass wir in vernünftigem Maße einen Wandel vollziehen, der uns nicht volkswirtschaftlich mittelfristig ins Abseits schießt.
Denn alleine schaffen wir keinen Klimawandel. Und solange es Länder gibt die sich einen Dreck darum scheren was mit der Umwelt passiert, werden wir den Wandel nicht schaffen. Es nutzt nichts wenn ich meinen CO2 Fußabdruck maximal gegen Null drücke und gleichzeitig woanders auf der Welt ein neues Kohlekraftwerk gebaut wird. Was nicht bedeuten soll, dass es mich nicht kümmert. Auch ich sehe wo es mit der Umwelt hingeht und betrachte mein Verhalten, meinen Konsum und die Auswirkungen daraus kritisch.