Ich habe hier einen interessanten Artikel gefunden!
E-Autos in Köln: Schauspiel-Star macht den Test – und fällt bitteres Urteil
Philipp J. Meckert
vor 3 Std.
[Blockierte Grafik: https://img-s-msn-com.akamaize…&q=60&o=f&l=f&x=651&y=188]© Uwe Weiser Zamperoni lädt seinen Smart mit (extra abgesichertem) Haushaltsstrom.E-Mobilität liegt gefühlsmäßig absolut im Trend, doch das täuscht: Nur 760 von 475.000 Pkw in Köln fahren rein elektrisch. Mickrige 1,6 Promille! Doch Köln rüstet E-Tanken auf, Rheinenergie plant sogar schon Zapfgebühren (hier mehr dazu lesen). Warum steigen aber so wenig Kölner auf E-Autos um? Macht so ein Vehikel Stress oder Spaß? EXPRESS ging mit Luca Zamperoni (48) auf Tour.
E-Autos in Köln: Kabeltrommel zur Hand
Ja, so richtig nach Zukunft sieht das nicht aus: Zamperoni begegnet den EXPRESS-Reportern in Lindenthal mit einer Kabeltrommel in der Hand. „Kurz noch einmal aufladen, dann können wir los“, sagt der Schauspieler (u.a. „Familie Dr. Kleist“) und drückt einen Stecker in den Smart-Tank, das andere Ende der Leitung windet sich über Bürgersteig und Vorgarten in den Flur eines Mietshauses.
[Blockierte Grafik: https://img-s-msn-com.akamaize…00&w=600&m=6&q=60&o=f&l=f]© Uwe Weiser 190115_uw_E-Mobil_001E-Autos in Köln: 80 Kilometer Reichweite
„Wenn die Batterie leer ist, braucht der Smart rund neun Stunden, bis er mit Haushaltsstrom aufgeladen ist“, sagt er. Dies entspricht bei einer Kilowattstunde von 30 Cent knapp drei Euro Stromkosten. „Dafür komme ich dann rund 100 Kilometer weit. Wenn es kalt ist, die Heizung und das Radio läuft, sind es etwa 80 Kilometer.“
[Blockierte Grafik: https://img-s-msn-com.akamaize…&q=60&o=f&l=f&x=161&y=104]© Uwe Weiser 190115_uw_E-Mobil_023E-Autos fahren in Köln nur eine Notlösung?
Natürlich ist das Aufladen direkt vor der Haustür – wenn man denn einen Parkplatz bekommt – nur Notlösung. Nach einem Gespräch über Motivation und Anlass, sich ein E-Auto anzuschaffen („Ich wollte etwas für die Umwelt tun, irgendjemand muss ja mal anfangen“), zeigt das Display im Cockpit eine Batterie-Ladung von 74 % an. Wir fahren los und gleiten geräuschlos zum Neumarkt.
E-Autos in Köln fahren: alle E-Säulen besetzt
Wäre der Tank jetzt leer, könnten wir an der Lungengasse oder am Agrippabad nachtanken – theoretisch. Denn alle Plätze sind besetzt. Heißt: Kein Strom, keine Chance – und keine Ahnung, wann eine Säule frei wird. Selbst wenn der Wagen voll geladen ist, kann ihn sein Nutzer eigentlich endlos stehen lassen. „Dass Leute Säulen blockieren und dann einkaufen oder arbeiten gehen, ärgert mich sehr“, meint Zamperoni. „Ich stelle mich ja auch nicht bei Aral vor die Zapfsäule und gehe dann zu einem FC-Spiel.“
[Blockierte Grafik: https://img-s-msn-com.akamaize…6&q=60&o=f&l=f&x=187&y=95]© Uwe Weiser 190115_uw_E-Mobil_013E-Autos in Köln fahren heißt: immer unter Strom
Zu wenig E-Säulen, zu wenig Kontrollen, zu wenig Reichweite. Dazu der Druck, das Auto ständig aufzuladen – und die Zeit zu haben, es stundenlang irgendwo stehen lassen zu können. „Der ständige Stress mit dem Strom – ja, das nervt“, sagt der 48-Jährige.
Besonders das Verkaufsargument der E-Auto-Hersteller und der Politik, dass man sich ja zu Hause elektrisch versorgen kann, findet der TV-Star schwach: „Das kommt mir so vor, als wenn man den Leuten vorschlägt: Machen Sie doch zu Hause aus Ihrem Speiseöl ein paar Liter Benzin. Das klappt schon!“ Fazit: Mehr Stress als Spaß. Stadt und Rheinenergie müssen noch jede Menge tun.