Stirbt das Elektroauto durch hohe Strompreise? Die Diskussion zum Vergleich.

  • Etwas dramatisiert aber vielleicht ist was wahres dran. Was meint ihr?


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  • Also ich zahle nach Preisanpassung bei der öffentlichen Ladestation (11kw) von 8-22 Uhr pro Stunde €3,30 und von 22-8 €0,96

    Ich komme so immer noch wesentlich günstiger, als bei diversen Anbietern, die bei gleicher Ladeleistung in Kw abrechnen.


    Aber was die Zukunft noch so bringt, egal in welchen Bereichen, gleicht meiner bescheidenen Meinung nach, einem Blick in die Glaskugel.

  • Ich zahle bei Kaufland und Lidl 29cent/kW. Bin schon auf die erste Preiserhöhung gespannt.


    Sprit wird aber auch nicht mehr günstiger. Wir müssen uns nur etwas umstellen. Das fängt damit an, dass jeder Neubau mit Photovoltaik und ein paar Wallboxen ausgestattet werden sollte. Lass und in 20 Jahren nochmal drüber reden ;)

  • Die Preisunterschiede beim Strom sind viel höher als beim Benzin bzw Diesel. Wer daheim eine Lademöglichkeit hat und nur selten auf langen Strecken unterwegs ist wird immer billiger sein. Wir laden unseren SE in der Garage mit 11 KW und die KWH kostet bis 31.12.23 jedenfalls 28 Cent. Wenn ich bei Ionity für 79 Cent lade, sieht das natürlich ganz anders aus.

  • Das bleibt aber nicht so. Ich verbrauche zu Hause über einen Cloud - Strom Tarif meinen im Sommer produzierten Strom im Winter wieder. Dafür zahle ich eine monatliche Grundgebühr. Für die ca 2.000kWh, die wir so übers Jahr aus dem Netz ziehen, zahle ich seit der jüngsten Preiserhöhung umgerechnet etwa 50ct/kWh

    Wegen dieser Preiserhöhung habe ich mich mal umgesehen und sowohl Check24 als auch Grundtarif des lokalen Versorgers wären ca. 75ct/kWh

    Aber auch damit: den Cooper SE fährt man im Jahresschnitt gut mit 15 kWh/100km. Das wären also selbst bei den aktuellen 75ct/kWh nur etwa 11,25€ pro 100km.

    Bei Spritkosten von ca 1,75€/L Super entspräche das einem Verbrauch von ca 6,4L Super/100km. Für ein Auto in der Leistungsklasse wäre das recht sparsam. Dann hätte man gleiche Spritkosten. Versicherung, Steuer, Wartung, Wertverlust und THG Quote sind alle noch finanziell besser beim E-Auto. Und Spritpreise ziehen irgendwann zwangsläufig nach. Je teurer der Strom ist, desto mehr fossile Kraftwerke gehen auch wieder ans Netz, um den Bedarf zu decken. Diese verbrauchen Gas und Diesel. Mit ein paar Wochen Verzögerung schlägt das dann auch wieder auf die Spritpreise durch. Also der Sprit bleibt sicher nicht so günstig, wie er gerade ist und gleichzeitig bleibt Strom nicht so teuer, wie er gerade ist.


    Die hohen Strompreise liegen gerade vor allem an zweierlei. Vorrangig Panikprofiteure bei den Stromanbietern und nachrangig daran, dass auch Frankreich feststellt, dass Atomstrom halt doch nicht eitel Sonnenschein ist. Deren AKW sind zum ganz überwiegenden Teil gerade in monatelanger Wartung und Reparatur, während die Abkühlbecken und Endlager am "Überlaufen" sind und nicht ansatzweise in ausreichender Stückzahl nachgebaut werden. Wenn man die Kosten nämlich mal realistisch mit rein rechnet ist Atomstrom auf einmal gar nicht mehr so günstig. Aber das ist ein anderes Thema.


    Also nein, Elektroauto ist a) noch immer günstiger im Betrieb und b) sowieso bald die einzige Alternative.

  • Ich habe den Luxus meistens zu Hause zu laden und das bis mindestens April nächsten Jahres für 22,4 Cent die KWh. Würde ich das nicht können, würde ich einen der Tarife mit Grundbühr und dafür niedrigeren kWh Preisen fürs laden abschließen. Damit wäre ich trotzdem noch günstiger als mit den Diesel. Und in der TCO sowieso.


    PS: Selbst wenn das E-Auto insgesamt nicht mehr günstiger wäre, lohnt es sich natürlich trotzdem :thumbup:

  • Unseren Clubman S sind wir im Schnitt mit 8,56l / 100 km E5 Sprit gefahren. Bei aktuellem Preisgefüge (1,749 - 1,859) in meinem 10 km Radius entspricht das 14,97 - 15,91 € / 100 km


    Unseren Enyaq bewege ich - mit allen Ladeverlusten durch z.B. PV Überschußladen, vorklimatisieren, ... Urlaubsfahrten mit Laden an teureren HPC - zu aktuell 5,75 € / 100 km.

    Klar, da sind die aktuell angekündigten Erhöhungen bei den Strompreisen noch nicht mit drin, zeigt aber die Spanne, welche ich persönlich habe, bevor das Pendel für die reinen Sprit- / Stromkosten auf die Seite des Sprits umschlägt.


    So gesehen bin ich voll bei

    PS: Selbst wenn das E-Auto insgesamt nicht mehr günstiger wäre, lohnt es sich natürlich trotzdem

    Gruß

    Michael

    PV 1: 36 * SW 165 C, 2 SMA SunnyBoy 2500 seit 2004 | PV 2: 98 * SW 155 Compact Mono black, 1 SMA Sunny Tripower 10000 TL seit 2012 | Heizung: Ochsner GMLW 14 plus
    Beste Grüße vom Feger Michi - unser F54 S ist unser letzter Verbrenner Neukauf gewesen | Aktuell: Skoda Enyaq iV 80 und mein flat-six Cabrio aus Zuffenhausen

    Einmal editiert, zuletzt von Feger_Michi ()

  • Ehrlicherweise mache ich mir da schon etwas Gedanken, als ich den Mini bestellt habe, bekam man überall gesagt, die Mehrkosten eines E-Autos bekommt man locker wieder rein, deswegen lieber einen Kredit aufnehmen, als nochmal einen günstigeren Verbrenner kaufen. Damals kostete der Diesel pro Liter 2,20 Euro, jetzt liegen wir bei 1,75 Euro.

    Mein Strom zu Hause kostete damals 19 Cent, ab 1.1. kostet er 58 Cent, auch unterwegs ist das Laden erheblich teurer gewesen.

    Ich glaube, dass da einige, die das gemacht haben jetzt relativ blöd aus der Wäsche schauen.

    Ohne Berücksichtigung von den anderen Unterhaltskosten, ich habe letzte Woche mit einem Bekannten sein E-Auto zur Leasing zurück gebracht. Wir sind hintereinander hergefahren, er im E-Golf, ich im Diesel Golf vorweg, ich vollgeladen mit Winterreifen (damit das E-Auto nicht auf den letzten Metern noch irgendwelche Schäden im Kofferraum bekommt), wir sind 200km gefahren, sein Verbrauch lag bei 16 kwh, mit Ladeverlusten vielleicht 18 kwh. Mein Verbrauch lag bei 4,2l Diesel. Macht bei mir ab 1.1. zu Hause geladen (oder unterwegs geladen ist ja relativ gleich inzwischen): 10,44 Euro zu 7,35 Euro.

  • Dr1ver


    Tut mir echt leid für dich, dass es wirklich ein blödes Timing ist. Natürlich wäre es schon genial für dich gewesen dein Fahrzeug für die 19 Cent zu laden. Du kannst ja dann wahrscheinlich auch von Strompreisbremse nicht so sehr profitieren, da dein Verbrauch 2022 ohne e-Auto die Grundlage ist. Deshalb, tut mir wirklich leid für dich.


    Aber um dein Beispiel aufzugreifen: Alleine für 200 € THG Quote (evlt. sind es 2023 ja weniger, deshalb "nur" 200 €) bist du bei deinem Rechen-Beispiel bereits knapp 2000 km mit dem e-Golf gefahren. Jetzt noch die KFZ Steuer und du bist schon bei 4000 km. 1 Ölwechsel (ich rechne mal sehr günstig mit 100 €) -> 5000 km gefahren während der Diesel Golf nur Geld gekostet hat und noch keinen Meter gefahren ist. Dann kommt der Sommer und der E-Golf verbraucht von Zauberhand plötzlich weniger, während der Diesel Golf immer noch seine 4,2 l braucht.


    Beim Strom weißt du wenigsten wie viel du die nächsten 12 Monate zahlst und kannst damit rechnen. Wie sich die Dieselpreise entwickeln weiß niemand zu 100 %. Zudem hast du zumindest die theoretische Möglichkeit wie EMAN für 29 Cent bei Lidl/Kaufland zu laden. Bei mir könnte ich z.B. für 29 Cent bei Globus laden. Bei Aldi sind es meines Wissens auch 29 Cent AC bzw. 39 Cent DC. Du kannst dir auch einen Ladetarif mit Grundgebühr nehmen und dann im Idealfall für 35 Cent laden. Musst du aber bitte ausrechenden, ob sich das mit der Grundgebühr rechnet und natürlich prüfen ob es eine entsprechende Ladesäulen an einem deiner Alltagsstandorte gibt.


    Alles Möglichkeiten die es beim Diesel nicht gibt.


    Zudem wundere ich mich ein bisschen, dass du dir die 58 Cent so einfach gefallen lässt. Ich habe mal bei einem Vergleichsportal Postleitzahlen Quer über Deutschland verteilt eingegeben und habe immer auch Tarife für 47-49 Cent die kWh gefunden.

  • Dr1ver

    Ich kann da silbi83 nur zustimmen. Ja, das fühlt sich blöd an und ja, das Timing ist halt blöd. Stell dir mal vor, du hast 2021 einen Diesel gekauft und ihn im April '22 ausgeliefert bekommen.... Sowas kann man nicht vorhersehen.


    Wie silbi83 schon schrieb: THG Quote, KFZ Steuer, Wartungskosten, ggf. woanders laden (werde ich wohl auch gelegentlich wieder machen) helfen das schon ein bisschen. Aber trotzdem: Das Gefühl bleibt natürlich "ärgerlich".


    Zu den 58ct kann ich auch nur sagen, das mein in der Vergangenheit alles andere als günstige Anbieter (vermarktet nur 100% Ökostrom) aktuell den '23 Preis auf 0,43ct/kWh festgelegt hat (und da fühle ich mich noch fast glücklich mit X/ ). Zudem soll ja auch ein 80% Deckel bei 40ct/kWh kommen (was dir natürlich mit dem nun steigenden Verbrauch nicht viel hilft). Aber "Gefallen lassen" lässt sich da auch so einfach sagen. Was ist denn die Alternative? Mein Anbieter will von Neukunden 68ct/kWh! Bei Verivox ist man, je nach Region, auch bei mehr als 51 - 55ct/kWh (12 Monate fest). Man hat schlicht keine (sinnvolle) Alternative. Leider.

    Mini SE Classic Trim (7/21) - BMW iX3 (5/22)
    9.64kWp PV mit 11.5kWh Hausakku und solargesteuertem Laden an 2 GO-eChargern