Tempolimit auf Autobahnen, dafür oder dagegen ? Welche Umwelt-/Klimaschutzmaßnahmen bewegen uns als Autofahrer ?

  • Naja, es gibt doch reichlich Erfahrungswerte unserer Nachbarländer ... Es gibt reichlich Erfahrungswerte auf in Deutschland beschränkten Strecken.


    Bezüglich Unfällen tut sich da nicht besonders viel.
    Bezüglich CO2 stehen auch andere Länder nicht bedeutend besser dar, wenn nicht gerade die Messstationen auf Hochhausdächern sind.


    Letztlich ist die Tempobeschränkung eine rein ideologische Angelegenheit, sieht man ja auch hier in der Diskussion, in der die eigene Meinung (höhere Geschwindigkeit = mehr Unfälle) mit den Fakten gar nicht übereinstimmt.


    Eigentlich geht es auch hier wieder darum, dass das Autofahren unattraktiver wird, langsamer und teurer. Wie soll man dem Autofahrer auch überzeugend darlegen, wie toll er mit dem Zug fahren kann, wenn dieser Stunden langsamer ist, als das Auto.
    Die Freude über den tollen Ampelsprint lässt auch schnell nach, wenn man wegen der Reichweite auf der Autobahn von den ganzen Verbrennern überholt wird. Da es auf diesen Gebieten keine Verbesserungen gibt, muss die bessere Lösung halt schlechter gemacht werden.
    Deshalb wird ja auch gar keine Diskussion darüber geführt, wie man das schnellere Fahren sicherer machen kann, was ja relativ einfach möglich wäre.


    Wer wirklich glaubt, das in 10 -20 Jahren die Autos nur noch Akku - elektrisch fahren, ist wunderbar auf die bisherige Propaganda zum Akku - Fajrzeug hereingefallen. So langsam kommt allerdings auch bei Fachleuten, Presse und Politikern an, dass der Strom nicht einfach so aus der Steckdose kommt und das Laden von Millionen Fahrzeugen nicht so einfach zu bewerkstelligen ist (Kapazitäten und Platzprobleme)
    Davor kann man bei 150.000 Elektrofahrzeugen noch die Augen verschliessen. Das wird sich aber dann ändern, wenn plötzlich kaum noch jemand seinen 11 kW - Ladeanschluss zuhause bekommt, weil 5 andere Anwohner schon schneller waren (oder die Kapazität wird geteilt und dann wird über Nacht nur mit 2 kW geladen ...)
    Für diese Kurzeitkrückentechnologie soll jetzt viel Geld in die Hand genommen werden und viel verändert, was deutlich besser in anderen Entwicklungsarbeiten aufgehoben wäre.

  • Nicht ganz.


    Nach dem KBA sind es derzeit 47,7 Mio. PKW's in Deutschland. Das Statistische Bundesamt weißt für 2020 136.600 Elektroautos aus. Der Anteil der Stromer ist damit noch sehr gering.


    Viele E-Autos fahren durchaus schneller wie 130km/h, nur wird das seltenst ausgenutzt da dann die Reichweite deutlich schrumpft.


    Richtig und danke für den sachlichen Beitrag. Bei mancher Äußerung frage ich mich, wie eingeschlossen und eingeengt sich Menschen fühlen müssen, wenn eine Limitierung mit einem Verbot gleichgesetzt wird. Persönliche Freiheit durch freie Fahrt? Ich fahre lieber bewusst durch die Landschaft und erfreue mich an dem was ich sehe. Die Angriffe auf Tempolimitbefürworter sind teils nicht wirklich sozial. Die immer wieder angeführte Freiheit bedeutet doch das man in einer Gesellschaft sowohl für die eine als auch die anderen Meinung sein kann. Vielleicht denkt der Befürworter auch einfach daran: Mit 100 km/h wird ein Einschlag anders ausgehen, wie mit 250 km/h. Welches Argument gibt es dagegen?

  • Mit 100 wird ein Einschlag anders ausgehen, wie mit 250 km/h. Welches Argument gibt es dagegen?

    mit 100 km/h dauern die Qualen dann aber auch länger 8)
    Sorry, das war nicht so ganz ernst gemeint ;)


    ich glaube, wir drehen uns hier alle etwas im Kreise, weil es für jede Sicht nachvollziehbare Argumente gibt. Ich habe 3 Jahre lang in Frankreich gelebt und bin bestens mit Tempo 110 / 130 auf den Autobahnen klar gekommen, allerdings hinkt der Vergleich etwas, da die Verkehrsdichte, nicht zuletzt durch die Maut, wesentlich geringer war. In Deutschland bin ich jahrelang beruflich an Wochenenden viel gependelt, jeweils 2x400 km, da wollte ich entweder schnell zu Hause sein oder pünktlich im Büro - Reisegeschwindigkeit war 160 km/h.
    Heutzutage bin ich ohne Termindruck unterwegs, da reichen mir 130 km/h. Bei freien Strecken brauche ich aber auch mal ein paar Geschwindigkeitsschübe, um aus dem einlullenden 130 km/h herauszukommen.
    Wenn es klare Fakten und Statistiken für unsere deutschen Autobahnen gibt, die ein Tempolimit rechtfertigen, würde ich das unterstützen. Wenn es jedoch einer parteipolitischen Profilierung dient, kann ich nur sagen :thumbdown:

    Mein F55 Cooper - "Sterling" - wurde am 11.02.19 in Oxford gebaut, ist am 22.02. beim Händler eingetroffen und seit 05.03.19 glücklich bei mir.

  • Wenn es jedoch einer parteipolitischen Profilierung dient, kann ich nur sagen :thumbdown:


    Das gilt allerdings für beide Lager. Das Tempolimit gehört halt zum grünen Markenkern. Das Festhalten an der freien Fahrt ist dann eher im liberalen bis rechten Parteienspektrum verortet und dient dort nicht minder der Profilierung als das Tempolimit bei den Grünen, den Linken und mit Abstrichen bei der SPD.


    Und es ist nicht abzusehen, dass eine Seite auch nur ansatzweise einen Schritt auf die andere zugeht, also wie hier im Forum. ;) Schwarz-grüne Koalitionsverhandlungen stelle ich mir daher sehr spannend vor.

  • Das gilt allerdings für beide Lager.

    :0054: meine Aussage war auch politisch neutral gemeint, ansonsten würde es hier ausufern. Was bleibt, ist alle Interessen gegen Sachargumente abzuwiegen und eine sinnvolle Entscheidung zu treffen. Dass das nicht einfach ist, wissen wir.

    Mein F55 Cooper - "Sterling" - wurde am 11.02.19 in Oxford gebaut, ist am 22.02. beim Händler eingetroffen und seit 05.03.19 glücklich bei mir.

  • Zitat

    Persönliche Freiheit durch freie Fahrt? Ich fahre lieber bewusst durch die Landschaft und erfreue mich an dem was ich sehe.


    Du fährst lieber bewusst durch die Landschaft und erfreust dich?
    Das schöne für dich ist: Niemand will dich daran hindern und du kannst das tun so oft du willst.


    Zitat

    Die immer wieder angeführte Freiheit bedeutet doch das man in einer Gesellschaft sowohl für die eine als auch die anderen Meinung sein kann.

    Natürlich kann man eine oder auch keine Meinung vertreten.
    Problematisch wird es wenn etwas geändert werden soll und nur ideologische Gründe genannt werden die keiner Faktenüberprüfung stand halten.
    Dies ist bei dem Tempolimit der Fall und dient nur dazu weiter zu spalten.
    Das es funktioniert sieht man ja gut im Kleinen, z.B. hier im Forum.

    Zitat

    Mit 100 wird ein Einschlag anders ausgehen, wie mit 250 km/h. Welches Argument gibt es dagegen?

    Wer mit 250 irgendwo einschlägt hat eine abartig unangepasste Geschwindigkeit gehabt, oder einen gewaltigen technischen Defekt.
    Glaubst du so jemanden schreckt ein Tempolimit ab?
    Wenn du mit 100 frontal gegen den Brückenpfeiler fährst bist du genau so Mausetot.
    Was sind das für merkwürdige Argumente die hier angeführt werden?

  • Hauptsache deine Argumente passen :|


    Das sind allerdings auch Daten die die Tempolimitbefürworter nicht interessieren, denn es würde ihnen sofort die Luft aus den Segeln nehmen.


    Die CO2 Einsparung ist wahrscheinlich homöopathisch.
    Hier geht es nur um reinen Populismus. Wenn man sich anschaut wie viele Bürger mittlerweile für ein Tempolimit sind, kann man den politischen Gruppierungen nur gratulieren.
    Funktioniert anscheinend ganz gut was die so machen.....


  • Was sind das für merkwürdige Argumente die hier angeführt werden?


    Ich dachte immer, wissenschaftlich anerkannte Tatsachen (in diesem Fall die physikalischen Grundlagen der Bewegungsenergie) seien gute Argumente. Aber Wissenschaftlern hört man ja scheinbar nur zu, so lange es gefühlt um Leben oder Tod geht (siehe die paar Wochen während des Höhepunkts der Corona-Pandemie in Europa).

  • Ich glaube, dass an die Einführungen von Verboten und Beschränkungen deutlich höhere Hürde gesetzt werden müssen, als an einem Verbleib im Status Quo.


    Dieser Grundsatz wird leider immer weiter aufgeweicht, besonders wenn es um grüne Ideologien geht und der notorische Zwang, diese Lebenseinstellung jedem Anderen aufzwingen zu wollen. Dabei ist in Diskussionen besonders schwierig, dass sich diese Leute für moralisch besonders integer halten, da sie ja Einstellungen vertreten, die die Welt besser machen würde.


    Eine Tempobeschränkung bringt bezüglich Unfallzahlen so gut wie gar nichts, denn ansonsten würden diese Zahlen ja in allen anderen Ländern mit Abstand deutlich geringer sein, als in Deutschland. Selbst in Deutschland müsste man festgestellt haben, dass die Unfallzahlen auf beschränkten Strecken deutlich geringer sind.


    Dem ist aber nicht so. Also ist es Fakt, dass zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht ausschlaggebend ist.
    Vielmehr ist die Technik, Ausbauzustand und die Akzeptanz angepasst zu fahren besonders wichtig. Gerade den Punkt der Akzeptanz haben wir in den letzten Jahren verloren, seitdem die Beschränkungen wie Pilze aus dem Boden schiessen und die Notwendigkeit häufig sehr konstruiert erscheint.


    Genau dieses Verhalten der Akzeptanzlosigkeit wird hier ja auch bemängelt.
    Durch neue Beschränkungen wird diese aber nicht erreicht, eher im Gegenteil. Wer eh nur 130 darf, der möchte diese auch fahren ...
    Wer ehrlich ist und viel im Ausland gefahren ist, wird zugeben, dass dort teils heftiger gedrängelt wird als hier.
    Versuch mal in Italien nur 130 auf der linken Spur zu fahren. Da kannst deinem Hintermann dann von der Rückbank aus die Windschutzscheibe putzen ...


    Daher bin ich dafür, dass der Beschränkungswald intensiv durchforstet wird und unsere Fahrzeuge sauberer, leiser, intelligenter und sicher schneller werden.


    Dann wird sich diese Technologie auch nahezu von alleine verkaufen ...
    Auf ähnlichen "Lorbeeren" basiert ja auch unser Wohlstand, der es uns erlaubt diese grünen Ideen überhaupt zu diskutieren ...