Habe gerade das Buch „Fahrdynamik...“ dort. Da soll mir der Meister eine Widmung reinschreiben. Also den Remo meine ich natürlich!
Aber ich versteh auch, dass es andere Philosophien gibt, uns Laien ein Fahrwerk ranzuschrauben. Der Einbau wird streng nach Werksvorgaben (KW, Bilstein, Öhlins ..) gemacht und erst auf ausdrücklichen Kundenwunsch wird am Set up etwas geändert. Damit hält sich die Werkstatt den Rücken frei, wenn so ein Laie sich die Karre zerknittert und sagt, ja mit dem Set up musste das ja kommen .. Möglich. Und absolut legitim.
Aber wirklich, Leute, es ist beim Fahrwerk wie beim Wein (da kenn ich mich doch noch besser aus!): Der begabte Winzer baut die perfekte Traube an, die der talentierte Kellermeister zu einem Spitzentröpfchen ausbaut. Und das geht eben NICHT mit „Werkseinstellung“.
Ich bin froh, dass ich das große Glück hatte, einen solch talentierten Fahrwerksingenieur kennengelernt zu haben! Fahrwerk ist deutlich mehr als Werkseinstellung. Die vielen technischen Variablen wie Spur, Sturz, Vor- und Nachlauf und was es da noch so alles gibt, auch noch perfekt einstellen (für die Mathematiker unter uns: Eine Gleichung mit mehreren Unbekannten..), damit zusammen mit vernünftiger Hardware eine ausgewogene Fahrdynamik resultiert, ist wahrlich die Aufgabe eines Meisters. Ein Dirigent leitet und lenkt auch gleichzeitig viele verschiedene Instrumente zu einem symphonischen Hochgenuss. Sonst könnte ja einer auf die Idee kommen, Beethovens Neunte auf dem Banjo spielen zu wollen!
Ich habe meinen Kleinen nach der Kur beim Meister nicht mehr wiedererkannt. Der Unterschied: Der Grenzbereich ist deutlich breiter geworden. War er vorher ziemlich spitz in der Lenkung (mein primäres Anliegen, was mich echt störte), ist er nun immer noch direkt und unmittelbar, aber eben nicht so, dass jeder Wimpernschlag mit einem Rechts- oder Linksknick quittiert wird.
Der Bereich, in dem der Wagen über- und untersteuert, ist viel größer, so dass man einen viel breiteren Grenzbereich hat. Man wird also vorgewarnt: ok, geht noch. Aber nicht mehr viel weiter! Ein perfektes Feedback vom Wagen.
Das lässt sich in einem Kreisverkehr gut erfahren!
Damit ist die Vorderachse perfekt. An der Hinterachse müssen wir noch ein wenig ran. Die arbeitet noch nicht ganz so, wie sie soll. Aber das kriegen wir hin!
Und hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Ich bin kein Rennfahrer, sondern verstehe mich als Sportfahrer (beim DSK Mitglied), der hin und wieder mal auf ner Strecke ist. Öffentliche Straßen sind keine Rennstrecken für mich, da geht mir die Gesundheit und die Sicherheit meiner Mitmenschen vor!