Das ich der Elektromobilität nicht grundsätzlich abgeneigt bin hatte ich ja schon mehrfach geschrieben und dies war auch der Grund dafür, dass wir uns vor zwei Jahren einen Hybriden geleast haben.
Die sehr geringe Reichweite (vor allem im Winter) empfinde ich allerdings als Handicap. Auf den letzten 400 km (maximale Wegstrecke 45 km ansonsten kürzer) hat er 6,8 l Benzin und 15 KW/h auf 100 km verbraucht. Mein Seat hat in der gleichen Zeit 6,2 l Sprit verbraucht. Jetzt kann man ja sagen der Strom ist emmissionsneutral da Öko. Aber trotzdem habe ich auf 100 km zusätzlich 4,70 € bezahlen müssen und Energie verbraucht.
Gestern hatte ich ein Gespräch mit einem Bekannten der mit Gebrauchtwagen handelt. Er hat in vor 10 Tagen bei BMW "blind" einen i3 gekauft, in der Hoffnung ihn gut verkaufen zu können. Das Auto ist Baujahr 2014, hat 104.000 km gelaufen und 6.000 € gekostet. Er sieht richtig gepflegt aus (gerade angeschaut). Jetzt kommt (für mich) aber der Hammer. Die Reichweitenanzeige zeigt mit vollem Akku ( es ist der kleine Akku) 120 km an und wir alle wissen das die Anzeige sehr optimistisch ist.
Am vergangenen Freitag ist mein Bekannter von Essen nach Bochum und zurück gefahren ca. 50 km. Beim Start war der Akku voll. Bei der Rückkehr waren noch 20% Akkuleistung übrig.
Mir ist bekannt, dass die heutigen Akkus größer sind und damit mehr Reichweite verbunden ist. Trotzdem finde ich es für ein 6 1/2 Jahre altes Auto schlecht, wenn der Akku derart in die "Knie geht".
Ich kenne auch die Argumente "wie sorgsam ist er*sie mit dem Akku umgegangen". Aber Leute die Mehrzahl der PKW-Nutzer will fahren und interessiert sich nicht für die Technik. Denen ist es egal, ob die Karre Benzin, Diesel, Wasserstoff oder Elektrizität braucht. Die tanken wenn leer. Damit können wir davon ausgehen, dass viele E-Mobile ihre "Halbwertzeit" mit 4-6 Jahren überschritten haben.
Neue Akkus kosten auch in fünf Jahren noch eher + als - 3.000 €. Sollte die verbliebene Akkukapazität für den Nutzer auch 8-10 Jahre/120.000-160.000 km ausreichen, tendiert der Restwert des Fahrzeugen dann trotzdem gegen 0.
Der i3 geht heute weiter an einen anderen gewerblichen Händler, da er ihn nicht mit Garantie verkaufen möchte.
Mein Bekannter hat heute einen 330d touring Bj. 2015, +200.000 km für 11.500 € verkauft. Das zahlt wahrscheinlich niemand für ein E-Auto mit dieser Laufleistung und auch das muss in die Wertschöpfungskette (Kosten und Umwelt) mit eingerechnet werden.
Ich möchte den Leasingvertrag für den 225 xe, der noch bis Mai 2022 läuft, gerne vorzeitig abgeben und werde ihn jetzt bei eBay einstellen.
Falls sich jemand kostengünstig und sorgenfrei (BMW-Garantie bis Mai 2022 und noch ca. 15.000 km frei) ein eigenes Bild machen möchte, kann ihn (wenn die BMW-Bank zustimmt) für 170 € im Monat + Umschreibungsgebühr der Bank gerne haben. Billiger kann man es nicht ausprobieren und sich eine eigene Meinung bilden.