Zur Einstimmung auf die Messe ein allgemeiner Artikel...
FAZ: „Mehr Emotionen, weniger Investitionen.
(...) Ein schmaler Balkon ragt im dritten Rang mitten hinein in die Festhalle, komplett aus durchsichtigem Plastik, auch die schmale Fläche, auf der man steht. Wer will und schwindelfrei ist, kann von hier aus nicht nur auf die ganze Halle blicken, sondern auch senkrecht bis zum Hallenboden. „Das wird ein Instagram-Moment“, sagt Mercedes-Marketing-Chefin Bettina Fetzer. „Davon wird es ganz viele hier geben.“ Besucher sollen ihre Smartphones zücken und die Fotos über den Online-Dienst Instagram verbreiten. (...)
Viele Hersteller haben abgesagt
Seit 1951 ist die IAA in Frankfurt zu Hause, und zuletzt hat Mercedes fast immer die große Festhalle belegt. Doch dieses Jahr werden sich Besucher umorientieren müssen. Viele Marken, vor allem aus Amerika und Asien, haben abgesagt, heimische Hersteller wie BMW und Opel ihre Flächen und Präsentationen teils drastisch reduziert. Die Branche ist unter Druck. Zwar kaufen die Deutschen weiterhin so viele Autos wie in früheren Jahren auch. Doch Klimadebatte, Diesel-Affäre und Elektro-Trend setzen den Herstellern zu. Sie fragen sich, ob herkömmliche Motorschauen noch das richtige Werbeformat für sie sind. Zumal da der Auftritt in Frankfurt – seit 15. Juli wird aufgebaut – zweistellige Millionenbeträge kostet. Karsten Mayer, bei Mercedes für die Messepräsentation verantwortlich, findet durchaus, dass sich die IAA lohne. „Je mehr sich der Mensch im Digitalen bewegt, desto wichtiger ist das physische Erlebnis.“ Sein Ziel sei, bei den Besuchern „Emotionen hervorzurufen“.
Wie das gelingen soll, ist beim Rundgang über die Baustelle nur zu erahnen. „Ab hier brauchen sie ein bisschen Fantasie“, sagt Fetzer, als sie den ersten Raum betritt, einen schwarz abgehängten Saal. Eine Computersimulation zeigt, dass an den Wänden einmal 14 große Displays hängen sollen. „Explainer“ (Hilfspersonal) werden hier Kunden erklären, wie es weniger „Pain Points“ bei der Autobedienung dank eines „digitalen Ökosystems“ gebe, sprich bei der Software des Fahrzeugs. In einem anderen Raum hängen Stoffbahnen von der Decke, die farblich beleuchtet werden, je nach Stimmungslage der Besucher. Ermittelt wird diese an einer Art Pulsmessstation. Diese Aktion solle daran erinnern, dass man im Auto oft Energie tanke, sagt Fetzer. Und in einem dritten Abschnitt werden E-Scooter, kleine Helikopter und autonom fahrende Elektroautos gezeigt. Hier will sich Mercedes als Mobilitätsanbieter der Zukunft inszenieren. Nur 18 Autos werden insgesamt von dem Hersteller in der Festhalle gezeigt. Mehr (...)“