MINI-Motoren und mechanische Teile des F56 F5x F60 "einfahren": Nötig oder Humbug?

  • Welcher Meinung seid Ihr?
    Muss ein Auto heutzutage noch klassisch eingefahren werden? Ölwechsel nach 1.000-2.000km?


    Folgende Thesen mal zur Diskussion:


    • Auf den ersten 1.000 - 2.000 Kilometern Vollgas vermeiden und mit maximal Dreiviertel der Höchstdrehzahl fahren.
    • Mit mäßigen Drehzahlen fahren, bis das Motoröl 80 Grad Celsius erreicht hat.
    • Bremsanlage richtig „einbremsen“. Es dauert einige hundert Kilometer und Bremsmanöver, bis sich Beläge und Scheiben eingeschliffen haben.
    • Geringere Bremswirkung durch stärkeren Pedaldruck ausgleichen.
    • Vor allem neue Motoren neigen zu erhöhtem Ölverbrauch(??) Den Ölstand bei jedem Tankstopp kontrollieren.
    • Neue Stoßdämpfer sind manchmal auf den ersten Kilometern etwas schwergängig.
    • Reifen erreichen erst nach ca. 400 Kilometern die höchste Leistungsfähigkeit.
    • Neufahrzeuge so oft wie möglich lüften. Neuer Kunststoff dünstet aus.
    • mit wechselnden Drehzahlen einfahren und somit Motor/Getriebe einspielen lassen


    Persönlich halte ich die Hinweise bzgl. der Bremse und "mit wechselnden Drehzahlen" fahren für wichtig.
    Drehfreudiges Fahren ist sicher nicht schlecht für die Spritzigkeit :whistling::saint:


    Und nun los: Was denkt Ihr darüber?


    Gruß Oli

  • In Sachen Bremsen und Reifen sollte man sich auf jedenfall dran halten, denn beides hat nach dem Verbau nur wenige Meter hinter sich gebracht und hat im Bezug auf die Reifen noch nicht die 100%ige Haftung und die Bremsscheiben und Beläge haben sich noch nicht aufeinander eingeschliffen.


    Im Bezug auf den Motor ist es eher eine Glaubenssache, denn so ein Motor läuft bereits im Werk einen Prüfdurchlauf uns ist damit noch nicht frisch. Allerdings nicht in Verbindung mit Komponenten wie Getriebe etc., denn auch diese sind quasi im Neuzustand wie Bremsen und Reifen.


    Ich selber halte es so, dass ich mich an eine Einfahrphase halte und die ersten 1000km verhalten unterwegs bin und danach bekommt er auch mal höhere Drehzahlen, bis hin zu VMax. Ob es sein muss, keine Ahnung, aber es gibt mir ein gutes Gefühl und der :) kann mir auch nix, denn er kann sehen wann welche Drehzahlen gefahren wurden.


    Göran


    PS: Schaut mal in die Bedienungsanleitungen der Autos, da steht eine Empfehlung zur Einfahrphase drin.

  • Ich werde ab dem 01.08. meine ganz persönliche Einfahrtour meines F56 in meinem Blog dokumentieren...


    Das Ganze wird unter dem Motto "F56-Einfahrtour - Der Test von A-Z" laufen 8o


    Ein bestimmtes Konzept habe ich dafür nicht, ein Mix aus den genannten Punkten mit unterschiedlicher Gewichtung...


    Wenn ich auf die 13,5 Jahre und aktuell 1.060.000 Kilometer zurückblicke, so muss ich bezüglich eines Langstreckenfahrzeugs sagen, dass die Einfahrphase sicherlich etliche Zehntausend Kilometer dauert, was nicht als Einfahrphase im hier gemeinten Sinn zu verstehen ist.


    Auch nach 200.000 oder 300.000 Kilometern ändern sich noch z.B. noch die Verbrauchswerte... Skoda verfolgt das bis zum heutigen Tag mit großem Interesse. Vorausgesetzt, ich gebe mein Einverständnis, könnte es sein, dass der Motor im Werk zerlegt und genau vermessen wird... Ob ich dazu mein ok gebe, muss ich mir allerdings noch überlegen...


    Gruß
    Peter

  • Genau das wäre doch super interessant... eine aus dem Baujahr mit so 200.000 und deiner mit 1.110.000.... beide auseinander, und sehen was der Unterschied ausmacht.


    Hast du Angst dass die den Motor nicht mehr zusammen bekommen? Abgesehen von neue Dichtungen und Bolzen kann doch alles original bleiben... da es nachher bestimmt keine bis wenige Kilometer macht, was spricht dagegen denen das zu erlauben? Einfach alle Schritte dokumentieren lassen, evtl so ein Schnelldurchlauffilm mit alle 30sec. ein Bild?!... DAS ist mal eine Dokumentation!

  • Bei mir wird der MINI auf ganz andere Art eingefahren und dieses wird ab 01.08.2014 in meinem Blog zu lesen sein. Ich bin selber höchst gespannt, es ist auch für mich eine ganz besondere Aktion und ich hoffe, dass es mir gelingt, dieses durchzuziehen!



    Auf jeden Fall ist es NOT NORMAL



    Spätestens dann werden alle sagen "Der Typ hat sie doch nicht alle an der Waffel" :whistling:


    Soviel nur jetzt dazu: So ein Neuwagen muss von A-Z getestet werden und das werde ich ab Anfang August in Angriff nehmen.



    Mehr kann und möchte ich aktuell dazu noch nicht sagen... :saint:




    Zu den angesprochenen Punkten:


    • Auf den ersten 1.000 - 2.000 Kilometern Vollgas vermeiden und mit maximal Dreiviertel der Höchstdrehzahl fahren

    Mein MINI wird Vollgas in seinem ganzen Autoleben ausgesprochen selten erleben... Natürlich werde ich ihm auf der o.g. Einfahr-Tour nach entsprechender Strecke auch mal die Sporen geben, aber sicherlich NICHT vor Erreichen von 5.000 Kilometern



    • Mit mäßigen Drehzahlen fahren, bis das Motoröl 80 Grad Celsius erreicht hat.

    Ich fahre grundsätzlich immer mit gemäßigten Drehzahlen, anders ließen sich meine Verbrauchswerte nicht erzielen



    • Bremsanlage richtig „einbremsen“. Es dauert einige hundert Kilometer und Bremsmanöver, bis sich Beläge und Scheiben eingeschliffen haben.

    Hiervon habe ich nur am Rande mal gehört. Denke, dass ich da bei meiner Fahrweise nichts falsch machen kann



    • Geringere Bremswirkung durch stärkeren Pedaldruck ausgleichen.

    Klingt logisch



    • Vor allem neue Motoren neigen zu erhöhtem Ölverbrauch(??) Den Ölstand bei jedem Tankstopp kontrollieren.

    Habe ich noch nicht von gehört, aber die Kontrolle aller Flüssigkeitsstände und deren Doku gehört zur Einfahr-Tour



    • Neue Stoßdämpfer sind manchmal auf den ersten Kilometern etwas schwergängig.

    Ist mir auch neu.



    • Reifen erreichen erst nach ca. 400 Kilometern die höchste Leistungsfähigkeit.

    400 Kilometer sind ja fix abgerollt



    • Neufahrzeuge so oft wie möglich lüften. Neuer Kunststoff dünstet aus.

    Je nachdem, wie lange vor der Einfahr-Tour der MINI geliefert wird, hat er Zeit, in der Garage auszudünsten



    • mit wechselnden Drehzahlen einfahren und somit Motor/Getriebe einspielen lassen

    Mein MINI wird in seinem gesamten Autoleben nur selten über 2000 Umdrehungen erleben. Ich bin auch in der Einfahrphase für ein ganz gleichmäßiges Drehzahlbild. Läßt sich aber auch nur bei Langstreckengebrauch realisieren.





    Von Oli:

    • Persönlich halte ich die Hinweise bzgl. der Bremse und "mit wechselnden Drehzahlen" fahren für wichtig.

    Ich nutze eine Bremse vom ersten Tag normal und hab es beim Fabia 3 x auf deutlich über 300.000 Kilometer mit den Bremsen geschafft.


    Wechselnde Drehzahlen sehe ich sogar als schädlich an. Habe ich ganz bewußt beim Fabia nicht gemacht - Lebensdauer des Motors ist bekannt



    • Drehfreudiges Fahren ist sicher nicht schlecht für die Spritzigkeit :whistling::saint:

    Auch da bin ich anderer Meinung... Gleichmäßig muss er laufen und behutsam warm werden... Dann kann er nach dem Einfahren auch mal spritziger gefahren werden.




    Generell bin ich der Meinung, dass moderne Motoraggregate heutzutage Hochleistungsmaschinen sind, die mit extrem geringen Toleranzen gebaut werden. Deshalb ist auch nach 1.000 Kilometern kein Ölwechsel mehr nötig, denn da gibt's keine Späne mehr drin... Sollte das auftreten, so hat man eh die A-Karte gezogen...




    Gruß
    Peter

  • Ohoh :D Uffbasse, das wird interessant ;) Denkt an die Nettiquette :)


    Ich denke, es ist klar, dass die Verbrauchswerte von @pietsprock nur mit extrem dosiertem Gasfusseinsatz möglich sind.
    Viel kann er dabei nicht falsch machen (auch beim Einfahren), wenn ein Fabia so 1.060.00km gelaufen ist 8)


    Ich möchte so auch kein Auto fahren, aber Peter - und mit Abstrichen wohl auch @jeb
    Ich finde das Mega-interessant...